Stellungnahmen / Berichte

 

"Flächenmanagement und Flächenrecycling in Umbruchregionen"

am 23. und 24. November 2009 in Dresden

 

Unter diesem Thema beschäftigte sich der vierte REFINA-Workshop der Vier-Länder-Arbeitsgruppe  Bayern, Brandenburg, Sachsen und Thüringen am 23. und 24. November 2009 im Blockhaus Dresden mit der Verstetigung der Ergebnisse aus den REFINA-Projekten. Anknüpfend an bereits drei Workshops zu diesem Themenkreis in den vergangenen Jahren wurden diesmal insbesondere modellhafte Lösungen aus Sachsen präsentiert.

In seiner Eröffnungsrede betonte Staatsminister Markus Ulbig, Sächsisches Staatsministerium für Inners (SMI), dass Umwelt- und Bodenschutz komplexe gesellschaftliche Themen sind und für die Reduzierung der Flächeninanspruchnahme durch Mobilisierung und Revitalisierung von Brachflächen einerseits und der Verminderung der Neuinanspruchnahme andererseits eine geeignete Kommunikationsplattform erforderlich ist. Zuvor hatte Norbert Eichkorn, Präsident des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) das Flächenrecycling als wesentliche Aufgabe des Bodenschutzes unterstrichen. Frau Maike Hausschild vom REFINA-Projektträger Jülich sieht im Transfer der REFINA-Ergebnisse in die Kommunen und deren Umsetzung als nunmehr wesentliche Aufgabe.

Den Block der Grundsatzreferate unter dem Thema „Herausforderungen und Lösungsansätze in Sachsen“ unter Moderation von Dr. Frank Fischer, Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft eröffnete Frau Margit Hegewald, SMI mit der Erläuterung des Handlungsprogramms zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme in Sachsen, welches am 28. April 2009 vom Sächsischen Kabinett verabschiedet wurde. Es folgte Christian Weßling, ebenfalls aus dem SMI mit einer Erläuterung der Fördermöglichkeiten zur Brachenentwicklung in Sachsen. Bürgermeisterin Petra Wesseler von der Stadt Chemnitz und Dr. Uwe Ferber, Projektgruppe Stadt und Entwicklung stellte danach Konsequenzen aus dem REFINA-Projekt KOSAR vor. Die Ergebnisse aus dem REFINA-Projekt WissTrans, welches sich mit dem Lernen im Flächenmanagement und -recycling beschäftigt, wurden von Prof. Dr. Herbert Klapprich, TU Bergakademie Freiberg und Michael Hanke aus dem CIF e.V. vorgestellt. Das Schlussreferat dieses Themenblocks hielt Regina Dietrich, Stadt Leipzig, die sich mit der Problematik der Entwicklung urbaner Wälder als Zukunftsvision auseinandersetzte. 

Im folgenden Vortragsblock, moderiert von Frau Stefanie Hurst, der sich mit den Möglichkeiten der energetischen Nutzung von Brachflächen beschäftigte, beleuchtete Frau Ariane Ruff aus der FH Nordhausen, wie die energetische Nutzung von Brachflächen zur Einsparung von Treibhausgasen führen kann. Detlef Linke, Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Verbraucherschutz Brandenburg zeigte unter dem Titel „Abmarsch in die Sonne“ aktuelle Aspekte des Flächenmanagements in Brandenburg auf.

Die anschließende Exkursion führte die Tagungsteilnehmer in das Ostra-Gehege in Dresden, wo Wolfgang Socher, Stadt Dresden, am Beispiel der Umnutzung des alten Schlachthofgeländes Probleme und Lösungsansätze für innerstädtisches Flächenrecycling präsentierte. Den Tag beschloss eine Abendveranstaltung im Restaurant Watzke, bei der Dr. Gotthard Meinel vom Institut für ökologische Raumentwicklung Dresden Gelegenheit nahm, die Flächennutzungsentwicklung Dresdens in den letzten 220 Jahren zu analysieren.

Mit einem Vortrag über die Handlungshilfe Innenentwicklung und interkommunale Zusammenarbeit im Flächenmanagement in Bayern durch Claus Hensold, Bayerisches Landesamt für Umwelt, begann der folgende Tag im Vortragsblock „Aktivitäten in den Ländern zur Innenentwicklung“ unter Moderation von Detlev Geisler, Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz. Ihm folgte Kay Salberg aus der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mit einer Vorstellung der Thüringer Projektinitiative „Genialzentral“. Herr Wolfgang Socher aus der Stadt Dresden analysierte anschließend die Bemühungen der Landeshauptstadt zur Innenentwicklung. Den Abschluss bildete ein Referat von Privatdozent Dr. Thomaus Weith aus der Uni Potsdam, der einen Überblick zu verschiedenen REFINA-Produkten und deren Anwendung im Land Brandenburg gab.

Der letzte Vortragsblock, moderiert von Frau Dr. Waltraud Ellenrieder-Woratschek, Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, stand unter der Überschrift „Flächenrecycling und Altlasten. In ihm analysierte Prof. Harald Burmeier von der BIG Prof. H. Burmeier Ingenieurgesellschaft mbH in einem stark beachteten Vortrag, ob sich Flächenrecycling in strukturschwachen Regionen überhaupt rechnet. Anschließend gab Dr. Kersten Roselt von der Jena-GEOS GmbH Handlungsempfehlungen zur Optimierung von Standortentwicklungskonzepten für ökologisch belastete Grundstücke.

Den Nachmittag füllten zwei parallele Workshops aus. Unter Leitung von Detlef Grimski, Umweltbundesamt, und Dr. Jens Hennig, LfULG, beschäftigte sich ein Teil der Tagungsteilnehmer mit den Möglichkeiten und Problemen der Finanzierung des Flächenrecyclings. Der andere Teil diskutierte moderiert von PD Dr. Thomas Weith und Dr. Uwe Ferber über die REFINA-Bausteine für Planer und Entscheider des Flächenrecyclings.

Abschließend fassten die vorgenannten Moderatoren vor dem gesamten Auditorium die Diskussionsergebnisse der Workshops zusammen. Maike Hausschild gab einen Überblick auf die zukünftigen Aktivitäten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Herr Detlef Linke vom Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Verbraucherschutz Brandenburg sprach sich in Abstimmung mit den Länder Bayern, Sachsen und Thüringen für eine Fortführung der fruchtbaren Zusammenarbeit aus. In seinem Schlusswort zog Dr. Erik Nowak, SMUL, eine positive Bilanz des fast 100 Teilnehmern gut besuchten Workshops und sprach sich ausdrücklich für eine Verstetigung der Refina-Ergebnisse durch regionale Veranstaltungen aus, um insbesondere die kommunalen Akteure besser erreichen zu können.

Die Vorträge werden demnächst unter der Internetadresse des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie veröffentlicht.

 

Dr. Erik Nowak, Dr. Olaf Penndorf


 

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Seite aktualisiert am: 15.10.2010